| ... für verwaiste Familien
Trotz der zunehmend günstigeren Erfolgsraten und Heilungschancen bei der Therapie von an Krebs erkrankten Kindern und Jugendlichen, sterben noch
immer junge Patienten an ihrer Erkrankung.
So sieht es auch bei Kindern mit angeborenen oder erworbenen Herzfehlern aus: Auch hier nahmen die operativen Möglichkeiten in den letzten Jahren deutlich zu. Dennoch kann nicht allen Kindern und Jugendlichen geholfen werden. Eine Familie, die von einem solchen Schicksal betroffen ist, bezeichnen wir als verwaiste Familie.
Häufig endet mit dem Tod des jungen Patienten die psychosoziale Betreuung der Angehörigen. Wenn der erste Schock überstanden ist und die Familienmitglieder realisieren, was überhaupt geschehen ist, fehlt ihnen meist die schützende Umgebung der Klinik und die damit verbundene Unterstützung durch Kontakte und Gespräche.
Das Kinderhaus der Klinik Bad Oexen hat sich bereits 1994 dazu entschieden, ein regelmößiges psychosoziales Angebot aufzubauen, um verwaisten Familien die benötigte Unterstützung anbieten zu können.
Hier finden die Familien hilfreiche Begleitung durch Gesprächspartner, die den langen Weg einer Familie im Umgang mit einem lebensbedrohlich erkrankten und sterbenden Kind kennen.
Vorrangiges Ziel des vierwöchigen Aufenthaltes ist es, mit fachlicher Unterstützung die erforderliche Trauerarbeit zu leisten, um für neue Lebensperspektiven frei zu werden. |
Durch die oft langjährige Sorge um ein schwerkrankes Kind ist auch die körperliche Gesundheit aller Familienmitglieder nicht selten beeinträchtigt.
Hier stehen den Familienmitgliedern mit eigener Rehabilitationsmaßnahme alle Möglichkeiten ärztlicher und physiotherapeutischer Maßnahmen des Kinderhauses zur Verfügung. Manche Eltern suchen noch einmal kompetente ärztliche Gesprächspartner, weil sie noch Fragen zur letztlich gescheiterten Therapie quälen. Hier finden sie in vertrauensvollen Gespröchen gültige Antworten.
Im Mittelpunkt der Rehabilitation steht die psychologische Unterstützung der individuellen und familiären Trauerverarbeitung. Das Angebot richtet sich an die ganze Familie, denn sie ist als Ganzes betroffen.
In Familien-, Paar-, Geschwister-und Einzelgesprächen findet die Familie zu einer offenen Kommunikation und ihren Kraftquellen zurück. In einer von zwei Psychologen geleiteten Gesprächsgruppe lernen die Eltern, über die verstorbenen Kinder zu sprechen, die hinterbliebenen Geschwister hilfreich zu begleiten, den Alltag daheim wieder aufzunehmen und als Familie und in der Partnerschaft wieder zusammenzufinden. Der Austausch in der Gesprächsgruppe mit Menschen, mit denen sie sich durch deren gleichlaufende Erfahrung verbunden und verstanden fühlen, wird als hilfreich und heilsam erlebt.
Kinder trauern anders als Erwachsene. Ihre Vorstellungen vom Tod unterscheiden sich von denen ihrer Eltern. In der Traumstunde, einer therapeutischen Kindergruppe erleben die hinterbliebenen Geschwisterkinder beim Malen, in Rollenspielen oder durch Therapie mit Musik einen spielerischen Umgang mit ihren Gefühlen und können so innere Spannungen, erstarrte Trauer oder Ängste abbauen.
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